FRP-Kabeltrassen werden zur Unterstützung und Führung elektrischer Kabel in industriellen Umgebungen eingesetzt, in denen Korrosion bei der Auslegung berücksichtigt werden muss. Die Montage folgt grundsätzlich denselben Schritten wie bei anderen Kabeltrassensystemen: Die Trasse wird entsprechend der vorgesehenen Last unterstützt, die Abschnitte werden ausgerichtet und verbunden, die Formteile werden korrekt montiert und das fertige System wird kontrolliert. FRP weist jedoch andere konstruktive, elektrische und fertigungstechnische Eigenschaften als metallische Werkstoffe auf. Deshalb müssen Stützabstände, Verbindungen, Erdung und Änderungen vor Ort entsprechend ausgeführt werden.
Aufbau eines FRP-Kabeltrassensystems
Ein typisches FRP-Kabeltrassensystem kann gerade Leiter- oder Lochblechabschnitte, horizontale und vertikale Bögen, T-Stücke, Kreuzungen, Verbindungsplatten und Halterungen umfassen. Die Trasse ist eine Verbundkonstruktion aus Glasfaserverstärkung und einer Harzmatrix. Da sich ihr Tragverhalten von dem einer metallischen Kabeltrasse unterscheidet, sollte die Auswahl der Abstützung auf der Trassenkonfiguration, der vorgesehenen Kabellast, der Spannweite und den Auslegungskriterien des Projekts basieren.
Stützabstände: abhängig von Konfiguration und Last
Für FRP-Kabeltrassen gibt es keinen einheitlichen Stützabstand, der für jede Ausführung gilt. Der geeignete Abstand hängt unter anderem von Trassenbreite und -geometrie, Last, Spannweite, Anordnung der Auflager und der statischen Leistungsfähigkeit des gewählten Systems ab.
Eine schmale Trasse mit vergleichsweise geringer Kabellast kann eine andere Abstützung erfordern als eine breitere Trasse mit schwereren Energiekabeln. Der Stützabstand sollte daher anhand der Last- und Spannweitendaten des gewählten Systems sowie der zulässigen Durchbiegung und der Montageanforderungen des Projekts festgelegt werden.
Auch Änderungen innerhalb des Trassensystems müssen bei der Positionierung der Auflager berücksichtigt werden. Formteile, Verbindungsstellen und Richtungsänderungen können die Lastübertragung beeinflussen und sollten gemäß den Montageanweisungen des gewählten Systems abgestützt werden, anstatt sie genau wie durchgehende gerade Abschnitte zu behandeln.
Formteile und Verbindungen
FRP-Kabeltrassen werden üblicherweise mit Verbindungsplatten und Befestigungselementen verbunden, die für das jeweilige Trassensystem und die Montageumgebung vorgesehen sind. Die Befestigungselemente müssen sowohl mit dem Trassenwerkstoff als auch mit den Umgebungsbedingungen kompatibel sein, insbesondere bei korrosiver Beanspruchung. Beim Anziehen sind die für das gewählte System vorgegebenen Befestigungs- und Drehmomentanforderungen einzuhalten. Zu starkes Anziehen kann das Laminat oder den Verbindungsbereich beschädigen.
Bögen, T-Stücke und Kreuzungen werden in der Regel als passende Formteile für das jeweilige System geliefert. Änderungen vor Ort sind möglich, sofern sie für das System zugelassen sind; geschnittene oder gebohrte Bereiche sollten jedoch entsprechend den Vorgaben des Herstellers nachbearbeitet und versiegelt werden. Dadurch wird das freiliegende Laminat geschützt und der vorgesehene Zustand der Trasse nach der Bearbeitung erhalten.
Erdung und elektrische Kontinuität
Eine Standard-FRP-Kabeltrasse ist nicht elektrisch leitfähig und sollte daher nicht als Schutzleiterpfad für die Erdung von Betriebsmitteln vorausgesetzt werden. Wenn die elektrische Planung eine Erdung oder Potenzialausgleichsverbindung im Zusammenhang mit der Kabeltrasse erfordert, müssen Leiter, Anschlussart und Anschlussdetails gemäß den geltenden elektrotechnischen Vorschriften und der Projektplanung festgelegt werden.
Bestimmte Kabeltrassensysteme können besondere Einrichtungen für die elektrische Kontinuität enthalten. Diese Merkmale sind jedoch systemabhängig. Die gewählte Trassenkonfiguration sollte deshalb überprüft werden, bevor Teile des Systems als Bestandteil der Erdungs- oder Potenzialausgleichsanordnung betrachtet werden.
Zuschnitt vor Ort und Kantenversiegelung
Ein Zuschnitt vor Ort kann erforderlich sein, um die endgültige Trassenlänge herzustellen oder sich an die tatsächlichen Baustellenbedingungen anzupassen. Verwenden Sie ein für glasfaserverstärkte Laminate geeignetes Schneidverfahren und beachten Sie die Fertigungsanweisungen des Herstellers.
Nach dem Schneiden oder Bohren sollten freiliegende Laminatflächen mit dem für das System vorgesehenen Material und Verfahren versiegelt werden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn die bearbeiteten Flächen Feuchtigkeit oder korrosiven Bedingungen ausgesetzt sein können.
Thermische Bewegungen
FRP- und metallische Kabeltrassensysteme reagieren unterschiedlich auf Temperaturänderungen. Bei langen Trassenverläufen können daher Maßnahmen zur Aufnahme thermischer Bewegungen erforderlich sein. Wenn Wärmeausdehnung oder -kontraktion berücksichtigt werden muss, sind die für das gewählte System vorgesehenen Fugen, Verbindungsanordnungen oder Dehnungselemente zu verwenden.
Zwischenauflager müssen die erforderliche vertikale Abstützung gewährleisten und gleichzeitig Bewegungen zulassen, sofern dies die Systemauslegung vorsieht. Lange gerade Abschnitte sollten daher nach den Herstellerangaben für thermische Bewegungen montiert werden, anstatt jeden Abschnitt in gleicher Weise starr zu befestigen.
Kontrolle von Last und Montage
Nach der Montage sollte die Trasse auf eine übermäßige Durchbiegung zwischen den Auflagern geprüft und kontrolliert werden, ob die installierte Anordnung die Projektanforderungen erfüllt. Zu prüfen sind außerdem Verbindungsplatten, die Abstützung von Formteilen, geschnittene oder gebohrte Bereiche sowie erforderliche Erdungs- oder Potenzialausgleichsverbindungen.
Zusätzlich sollte geprüft werden, ob die installierte Trassenkonfiguration der vorgesehenen Planung entspricht, insbesondere wenn Änderungen vor Ort die Position der Auflager, Formteile oder Kabelführung beeinflusst haben.
Bei der Montage einer FRP-Kabeltrasse kommt es vor allem darauf an, das System auf die vorgesehene Last und Spannweite abzustimmen, Änderungen der Konfiguration korrekt abzustützen, Verbindungen sorgfältig auszuführen und Erdung sowie Bearbeitungen vor Ort entsprechend den geltenden Planungsanforderungen auszuführen.















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